Gut informierte KlientInnen wählen zielgerichteter für sie passende Interventionen aus und können unabhängig von der therapeutischen Beziehung die
Qualifikation ihres Gegenübers differenzierter einschätzen.
Was ist „Klinische Psychologie“?
Die Klinische Psychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie. Sie beschäftigt sich mit psychischen Störungen sowie psychischen Aspekten
somatischer Störungen/Krankheiten (Baumann & Perrez, 1998), indem sie Störungen beschreibt, erklärt und ordnet (Pathopsychologie),
psychodiagnostisch erfasst (Psychodiagnostik) und psychologische Interventionen (Prävention, Behandlung und Rehabilitation) setzt (Kryspin-Exner, 2002).
Was ist „Gesundheitspsychologie“?
Stellt eine Teildisziplin der Psychologie dar, welche die Gesundheitsförderung – Erhaltung und Erlangung von Gesundheit (Kryspin-Exner, 2002) –
und Prävention fokussiert (Schmidt & Schwenkmezger, 1992).
Was ist „Klinisch-psychologische Diagnostik“?
In der Psychodiagnostik werden psychologische Fragestellungen – im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensstörungen,
psychische Veränderungen – mit Hilfe von psychologischen Tests und diagnostischen Gespräche beantwortet (BÖP, 2006; Baumann & Perrez, 1998).
Was ist „Klinisch-psychologische Beratung“?
Klinisch-psychologische Beratung ist klärend, stützend, symptomorientiert und kurzfristig angelegt. Sie versucht z.B. durch Wissensvermittlung bei
KlientInnen einen auf kognitiv-emotionaler Einsicht basierenden Lernprozess zu aktivieren mit dem Ziel, deren Selbsthilfebereitschaft,
Selbststeuerung und Handlungskompetenz zu verbessern (Kryspin-Exner, 2002).
Was ist „Klinisch-psychologische Behandlung“?
Klinisch-psychologische Behandlung schließt meist an eine klinisch-psychologische Diagnostik an und betrachtet Störungen unter dem Aspekt der
beeinträchtigten Funktionen des Menschen. Somit liegt der Focus auf Probleme in den Bereichen Lernen, Gedächtnis, Denkprozesse, motorische
Funktionen, Motivation und Emotion (Kryspin-Exner, 2002). Als Interventionstechniken können z.B. Kognitives Training, Psychoedukation oder
Biofeedback zum Einsatz kommen.
Was ist „Psychotherapie“?
Ist eine geplante und zielorientierte Hilfestellung, die mit einer überdauernden Verhaltens- und Persönlichkeitsänderung assoziiert ist.
Sie ist wirksam z.B. bei Ängsten, Depressionen, Essstörungen, Schmerzen, Hautkrankheiten, Tinnitus, schwerwiegenden und belastenden
Krankheiten und Problemen, welche die Lebensqualität (BÖP, 2006) und Beziehungen ungünstig beeinflussen (BÖP, 2006). In Österreich sind 20
unterschiedliche psychotherapeutische Methoden zugelassen. Sollen Kinder und
Jugendliche psychotherapeutische Unterstützung erhalten, wird empfohlen, ausschließlich auf diese Zielgruppe spezialisierte PsychotherapeutInnen
zu kontaktieren.
Was ist „Systemische Therapie“?
In der systemischen Therapie steht der Mensch und seine relevanten
Beziehungen im Zentrum, auch wird er als Teil eine lebenden Systems betrachtet, das durch zirkuläre Beziehungen in einem sozialen Netzwerk eingebunden
ist (Egidi & Boxbücher, 1996). In der systemischen Therapie repräsentiert der Begriff „systemisches Denken“ verschiedene Denkansätze aus den
Systemwissenschaften (Ludewig, 2005).
Was ist „Psychologische Psychotherapie“?
Psychologische Psychotherapie wird ausschließlich von PsychotherapeutInnen angeboten, die das Universitätsstudium der Psychologie sowie eine
Psychotherapieausbildung abgeschlossen haben. Ein Großteil der psychologischen PsychotherapeutInnen kann zusätzlich die postgraduelle Ausbildung
zum Klinischen und Gesundheitspsychologen bzw. zur Klinischen und Gesundheitspsychologin vorweisen und in die Arbeit mit KlientInnen Haltungen,
Methoden und Kenntnisse aus allen drei Disziplinen einfließen lassen (BÖP, 2006).
Literatur
Baumann, U. & Perrez, M. (1998). Lehrbuch Klinische Psychologie - Psychotherapie. Bern: Hans Huber.
BÖP (2006). Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Österreich. Wien: BÖP.
Egidi & Boxbücher (1996). Systemische Krisenintervention. Tübingen: DGVT.
Kryspin-Exner, K. (2002). Klinische Psychologie I. Wien: Skript.
Ludewig, K. (2005). Einführung in die theoretischen Grundlagen der systemischen Therapie. Heidelberg: Carl-Auer.